Die Schütt

Die Schütt: Ein Naturjuwel

Die imposanten Steilwände der Südseite des Dobratsch dürften wohl kaum jemandem, der schon einmal von Villach in Richtung Hermagor der Villacher Alpe entlang gefahren ist, entgangen sein. Kaum ein Gebirge erhebt sich so markant über das Tal, wie der Dobratsch, der letzte Ausläufer der Gailtaler Alpen. Gemeinsam mit den riesigen Bergsturzmassen am Fuße des Hanges und dem Fluss, der wilden Gail, bilden die auffälligen Steilwände das Landschaftsbild der Schütt, wobei durch mehrere historische Bergstürze über die Jahrhunderte vielfältige Lebensräume von biologischer Besonderheit entstanden sind.

Aufgrund der vorkommenden, charakteristischen Artenvielfalt aus Pflanzen- und Tierreich, sowie den geologischen Verhältnissen, zählt die Schütt zu einem der ältesten Naturschutzgebiete in Kärnten. Die Schütt ist außerdem als eines der größten Bergsturzgebiete der Ostalpen bekannt und zeichnet sich neben der bemerkenswerten Diversität an einzigartigen Lebensräumen, wie die charakteristischen Wälder, eine Fülle an Feucht- und Magerwiesen sowie karge Blockhalden, vor allem auch durch seine Bedeutung als Naherholungsgebiet aus. Das Gebiet erstreckt sich von der Ortschaft Saak im Westen bis nach Graschelitzen im Osten.

Die Lebensräume der Schütt

Die Lebensräume der Schütt sind vor allem durch die karge Felsenlandschaft der historischen Bergstürze geprägt, wodurch sich spezielle Klimabedingungen ergeben. Das als das „Tor zum Süden“ bezeichnete Gebiet ist eines der letzten in Österreich vorkommenden Landschaften, die durch ihre hohe Anzahl an verschiedenen, hoch spezialisierten Lebensräumen naturkundliche Kostbarkeiten aus Flora und Fauna mit mediterranem Charakter aufweisen.

Zu den bedeutendsten Lebensräumen der Schütt gehören unter anderem die mediterran geprägten Hopfenbuchen-Blumen-Eschenwälder, der von Trockenheit-spezialisierten Pflanzen bewohnte Eichen-Trockenhain, die das gesamte Gebiet durchziehenden Rotbuchen-Wälder, die artenreichen Rotkiefern-Tannen-Fichtenmischwälder, die hoch-gelegenen Fichten-Lärchen-Bergwälder, die lichtdurchfluteten Schneeheide-Kiefernwälder, die sich über den Talboden erstreckenden Kiefern-Block-Schuttwälder, die karg-bewachsenen Regschuttfelder, eine Vielzahl an artenreichen Magerwiesen sowie blumenreiche Trocken- und Feuchtwiesen.

Weiterführende Literaturauswahl

Arge Naturschutz (2005). LIFE-Schütt-Dobratsch.

Online im Internet: http://www.schuett.at/life/projekt.php (Stand: 18.09.2017)

Dvorak M. (Hrsg.) (2009): Important Bird Areas – Die wichtigsten Gebiete für den Vogelschutz in Österreich. – Verlag Naturhistorsches Museum Wien, Wien 576 S.

Golob B, Jungmeier M & Kreimer E. (2013): Natur und Mensch in der Schütt. – Die Bergsturzlandschaft zwischen Dobratsch und Gail. – Verlag Naturw. Verein Ktn., Klagenfurt

Honsigg-Erlenburg W. & Petutschnig W. (Red.) (2002): Die Gewässer des Gailtales. – Carinthia II, – 57. Sonderheft, – Verlag Naturwiss. Verein Ktn., Klagenfurt